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Michael Jackson und die verlogene Menschheit

Mit 4 Kommentaren

Michael Jackson war ein großer Star. Michael Jackson hat viel zur Musik beigetragen. Michael Jackson war eine Ikone auf seinem Gebiet, auch wenn seine Lebensweise nicht unumstritten war. Sein Tod ist tragisch; mit 50 Jahren hat er gerade einmal zwei Drittel eines Menschenleben erreicht - dass sind zwei Drittel mehr als viele andere Menschen auf unserer Erde. Ich bewundere Michael Jackson für all das, was er geleistet und erreicht hat. Viel Arbeit, Disziplin und Schweiß stecken hinter seinem Erfolg. Doch wird mit der Berichterstattung über seinen Tod verdeutlicht, wie wenig den Menschen ein Menschenleben wirklich wert ist.

Heute, 26.06.2009, kurz vor 15 Uhr machen die Online Ausgaben der FAZ, Süddeutschen, der Welt, der Zeit, des Spiegels und des Focus' mit mehreren Artikeln über den Verstorbenen auf. Überall wird geschrieben, wie großartig er doch gewesen sei, und welcher Schock es war, als er gestorben sei.

Ja, er mag eine Legende gewesen sein. Ja, er war besonders toll. Und nein, ich bin nicht respektlos. Aber bitte sagt mir, was passiert mit den Tausenden Kindern, die täglich unnötigerweise sterben? Ist die Zahl alleine nicht schockierend genug? Aber hey, die sterben doch täglich, also ist es keine wirkliche neue Schlagzeile. Der Tod eines Einzelnen schon.

PS: Nur eine CD auf den ersten fünfzehn Plätzen der Top 100 Bestseller für Musik auf Amazon.com ist nicht von Michael Jackson (Alle den ersten Tag in dieser Statistik). Sondern von den Jackson 5. Ein Schelm wer dabei böses denkt.

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Geschrieben von Captain

26.06.2009 um 13:19:21

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4 Kommentare zu Michael Jackson und die verlogene Menschheit

  1. Im Englischen heisst das ja nicht umsonst News. Vom schönen Wort neu. Und das Leid auf der Welt ist keine News, sondern eine Tatsache. Gleiches Spiel kann man aufziehen für viele, viele andere Themen.

    So starben 2008 fast 4500 Menschen im Strassenverkehr in Deutschland, mehr als 10 pro Tag. Im Vergleich dazu sind die paar entführten Deutschen im Jemen doch auch irrelevant, oder?

    Ormus

    26 Jun 09 um 16:45

    Antwort

  2. Ich sag ja nicht, dass man nicht darüber berichten soll, aber in welcher Art und Weise das jetzt wieder vollführt wird …

    Die Verkehrstoten und die Kinder haben halt keine Gesichter. Das ist der Punkt an diesem Dilemma.

    Captain

    26 Jun 09 um 17:41

    Antwort

  3. Was ich besonders heuchlerisch finde ist, dass er erst als Kinderschänder/sonstwas dargestellt wird und jetzt nach seinem Tod als grosser King Of Pop. Ich denke es geht dabei nur um die Schlagzeile.

    Touch Twin

    27 Jun 09 um 00:00

    Antwort

  4. Abgesehen davon, dass sich medienmäßig “echtes” Leid schlecht verkaufen läßt und die Menschen ehr dazu neigen wegen ihrer Ohnmacht wegzusehen, hat diese Reaktionen der Menschen auf Jacksons Tod etwas mit einer Verbundenheit zu tun.

    Viele Menschen fühlten sich mit M- Jackson verbunden – seine Musik war und ist nun wieder präsent. Musik an sich versetzt einen selbst in angenehme Stimmung, sie verschönt das Leben, macht es erträglicher, macht es weicher und bietet sogar einen Rückzug aus der realen Welt.
    Während das massenhafte Leid auf der Erde – was mehr als genug vorhanden ist – den Tag nicht schön macht, sondern eher an die eigene Ohnmacht und der Angst erinnert, selber mal im Elend leben zu müssen.

    Aber Michael Jackson hat in seinem Leben in dieser Hinsicht auch einiges gegen die Armut getan, so weit in mich erinnere und damit meine ich nicht seine umstrittenen Eskapaden.

    Was jetzt läuft ist ja wieder die typische stark hochgefahrene Medienemaschine, denn jeder will verdienen und zwar hier und jetzt.

    Übrigens einen ähnlichen Gedanken hatte ich, als sich Diskussionen um die Killerspiele und bzw. Internetsperren für Kinderpornoseiten entfalteten. Meine Frage war, wer denkt beim nationalen Aufschrei wegen der Kontrolle des Internets bzw. des Verbots der Killerspiele an die vielen Menschen, die bei einem Amoklauf der Schüler getötet wurden und die vielen Kinder auf den Kinderporoseiten, die geschändet wurden?

    Ich hatte nur einmal meinen Bedenken erhoben und auf die Opfer hingewiesen, die bei der heißen Diskussion total vergessen wurden und ich bekam gleich eins auf die Mütze – doing .

    Mein Einwand mit der Bitte etwas umfassender zu schauen war unpopulär und wollte nicht gehört werden, doch bleibt er bestehen und am Ende wird sich zeigen, ob mein Einwand berechtigt war.

    Gruß Nordstrahl

    Nordstrahl

    30 Jun 09 um 11:00

    Antwort

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