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Ignoranz zahlt sich aus: In den Kassen der Sponsoren

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Wenn es ums Geld geht sind sie sich einig. Die Großen der Wirtschaft. Da interessieren keine Menschenrechte mehr. Denn das einzige was am Ende wirklich zählt, ist das Klingeln in den Kassen. Dass Manager von Firmen so denken, scheint erst einmal kein Wunder zu sein. In die gleiche Bresche springt aber auch der schweizer Wirtschaftsethiker Stephan Rothlin, der scheinbar nichts aus der Unterdrückung ganzer Völker gelernt zu haben scheint. Auch er bleibt bei einer positiven Einschätzung des Sponsorings für die Olympischen Spiele in Peking. Wieviel Blut aber an seinen Händen klebt, scheint ihn dabei nicht zu stören.

Seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges liegt über den Einwohnern vom damaligen Weimar ein schwerer Vorwurf. Sie sollen Mitwisser, und damit Mittäter des Konzentrationslagers "Buchenwald" gewesen sein. Das Ausmaß des Lagers mache es demnach fast unmöglich, dass die Menschen in der unmittelbar gelegenen Stadt rein gar nichts mitbekommen hätten. So zumindest der Tenor der Siegermächte und später der antifaschistischen Bewegung.

Die heftige Unterdrückung der chinesischen Regierung gegenüber Minderheiten in ihrem Land ist allerdings wirklich bekannt. Dazu zählt die brutale Unterdrückung der Tibeter und Uiguren. Beide Völker sollen durch politische Programme in die kulturelle Einheit Chinas eingegliedert werden, ohne dabei großartig Rücksicht auf deren Kultur, Traditionen und Lebensweisen zu nehmen. Aber vor allem wegen des gewalttätigen Ausmaßes dieser Unterdrückung gerät die Regierung stetig in Kritik.

Nun entschied das Internationale Olympische Komitee mit Jacques Rogge an der Spitze, dass Peking die Olympischen Sommerspiele 2008 in Peking austragen dürfe. Um diese Entscheidung zu rechtfertigen, wurde den Chinesen gewisse Bedingungen diktiert, die es im Rahmen der Menschenrechte zu erfüllen gelte. Bereits vor den Spielen wurde allerdings schnell klar, dass China sich einen Dreck darum scherte, und weiterhin auf der harten Linie blieb, die sie von Beginn an durchgezogen haben. Das Rogge dann am Ende die am Anfang gestellten Forderungen als Vorschläge aufweichte, macht ihn nicht minder schuldig, an den staatlichen Verbrechen, die China an den verschiedenen Völkern, darunter auch dem eigenen, teilzuhaben. Es mag gut gemeint gewesen sein, aber am Ende ließ sich das IOC vom schon lang nicht mehr lächelnden chinesischen Drachen verschlingen. So unpolitisch die Spiele sein sollten, so unterstützend waren sie für das chinesische Unrechtssystem. Das war allerdings auch vorher bereits klar.

Nun gibt es auch die Sponsoren einer solchen Veranstaltung. Dass die sich von den bekannten Verhältnissen im Reich der Sonne nicht abschrecken lassen würden, war im Endeffekt auch klar. Dass Menschenrechte zwar vorlaut in den Mund genommen werden bedeutete für die beteiligten Firmen aber nicht, für eine gute Sache einzutreten. Ungeachtet der Proteste blieben sie bei ihrem Engagement. Tragisch an der Sache ist nun aber, dass der schweizer Wirtschaftsethiker Stephan Rothlin diese Unterstützung der Wirtschaft selbst im Nachhinein verteidigt. Das Online-Portal der Süddeutschen zitiert ihn wie folgt:

Die Unternehmen haben richtig gehandelt, weil sie nichts an der Situation hätten ändern können, ihnen aber drakonische Strafen von den Chinesen gedroht hätten

Weiter wird geschrieben:

Es sei wichtig in China, sich der Regierung gegenüber freundlich zu zeigen. Danach erst könne man als ausländisches Unternehmen überlegen, wo man wirklich positiven Einfluss üben kann. "Das sind in der Regel die unspektakulären Bereiche", sagt Rothlin.

Genau solch eine Einstellung ermöglicht China erst ein zweistelliges Wirtschaftswachstum, welches nur durch die gröbste Missachtung der Menschenrechte möglich ist. Ohne die Investitionen aus dem Ausland wäre solch ein Anstieg der wirtschaftlichen Leistung gar nicht denkbar. Doch die Unternehmer reiben sich die Hände, denn nur dort ist es am besten möglich, den Arbeiter auszubeuten. Somit gehen die Investoren Hand in Hand mit der chinesischen Regierung. Eine ähnliche Situation gab es vor der Februarrevolution in Russland. Dort sorgte die Regierung mit staatlicher Gewalt für die Sicherheit des Unternehmens und der Steigerung der Wirtschaftsleistung, während die Besitzer ungeheure Rendite heraus ziehen konnten.

Deswegen ist es auch falsch zu behaupten, so wie es Rothlin tut, dass "sie [die Unternehmen - Anm. d. Autors] nichts an der Situation hätten ändern können". Damit schätzt der "Wirtschaftsethiker" die Situation grundlegend falsch ein. Denn die Unternehmen befeuern und festigen erst die Macht des Unrechts-Regimes. Wenn kein ausländisches Unternehmen in China investieren würde, wenn keine wortreichen Weltverbesserer für dieses Land werben würde, dann könnte viel mehr erreicht werden, als wenn der Regierung wirtschaftlich, politisch sowie kulturell unter die Arme gegriffen würde, bevor sich etwas ändert. Denn dann machen wir uns von ihnen abhängig.

Somit hat sich jeder Sportler, Sponsor oder Besucher der Olympischen Sommerspiele in Peking schuldig gemacht, dieses Unrechts-Regime zu unterstützen. Denn wer glaubt, friedlich die chinesische Regierung zu einer Abwendung von ihrer Politik zu bewegen, hat auch im Nationalsozialismus geglaubt, Hitler bei einem Glas Bier in der Schenke "Baron Münchhausen" zum Stopp der Judenvernichtung zu überreden. Fragen sie mal die Menschenrechtler in China, wenn sie nicht gerade im Gefängnis sitzen, was passiert, wenn man sich für die Menschenrechte einsetzt.

Wie bereits der Artikel in der Online-Ausgabe der Süddeutschen getitelt hat: Ignoranz zahlt sich aus - vor allem in den Kassen der Unternehmen. Dass sie dabei ihre Hände in Unschuld waschen ist Heuchlerei und einfach nur unwahr. Vielmehr klebt Blut an all-jenen Händen, die das chinesische System in irgend einer Form unterstützen. So wie auch bei den Weimaranern, die von den wahren Vorgängen in Buchenwald wussten.

Geschrieben von Captain

08.08.2009 um 13:57:15

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1 Kommentar zu Ignoranz zahlt sich aus: In den Kassen der Sponsoren

  1. Yo Captain,

    Ich habe dich beim Blogday 2009 empfohlen!

    http://www.ormus.info/archives/444-Blogday-2009.html

    Schreib doch mal wieder was…

    Ormus

    31 Aug 09 um 13:29

    Antwort

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