Obama-Bashing geht in die nächste Runde
Barack Obama hat sich blamiert. Das meinen zumindest seine schärfsten Kritiker in den USA, und auch gewisse Zeitungen in Deutschland stimmen mit ein. Auf tiefsten Bild-Niveau zeigt Evi Simeoni mit zwei Kommentaren in der Online-Ausgabe der FAZ, wie stark die Rosa-Rote Brille gefärbt ist und wie wenig sie geneigt ist, ihre scheinbar abgrundtiefe Abneigung Obama gegenüber zu verdecken, um einen qualifizierten Kommentar beizusteuern. Die Frage ist nur, ob die FAZ das Bild-Niveau beibehalten will. Kompetenter Journalismus sieht zumindest anders aus.
Obama war nicht als einziger Regierungschef persönlich zu der Verleihung der Olympischen Spiele 2016 angereist. Der Punkt, dass er aus Chicago stammt, ist aber eigentlich schon Grund genug, dass er sich so für die Spiele engagierte. Jeder würde das für seine Heimatstadt tun. Die einzige Ausnahme scheint natürlich Simeoni zu sein, die Obama für seinen Einsatz verurteilt.
Ihre Hauptgründe stehen dabei auf recht unsicheren Beinen. So verachtet sie beispielsweise seinen "Julius Cäsar"-Stil, den Obama als "mächtigster Mann der Welt" an den Tag gelegt haben soll, um die Juroren zu bezirzen, damit die Spiele an Chicago vergeben werden. Nun scheint sie aber ganz vergessen zu haben, dass dieser "Julius Cäsar"-Stil vor allem von seinem Vorgänger George W. Bush Jr. geprägt wurde, der in bester Cowboy-Manier seine Ideen in brachialer Gewalt durchgesetzt hat. Nun ist Obama allerdings der erste Präsident seit vielen Jahren, der sich eher von diesem amerika-zentrischen Weltbild versucht zu distanzieren, als dass er versucht, sich als Selbstdarsteller einen Namen zu machen.
Sicherlich, wenn der Präsident der USA reist, braucht es viel Sicherheit, was auch Geld kostet. Und vielleicht sind diese Kosten für die Olympischen Spielen unnötig. Das kann sie auch gerne kritisieren. Aber in Tiefschlag-Manier, was man von der Bild erwartet, aber nicht von der FAZ, moniert sie süffisant, dass Obama ein Prestige-Wettbewerb verloren habe, der sein Ansehen in der Welt ramponiert haben soll.
Sie hebt damit diese Niederlage auch selbst auf einen Stellenwert, den sie vorher schon kritisiert hatte, sprich, sie beklagt, dass die Auswahl des Austragungsort ein Ansehen erreicht hat, welchem dieses Event nicht gerecht wird, schätzt aber mit ihrem Kommentar, der "Ohrfeige für Obama", eben jene Veranstaltung genauso hoch ein.
Wer so kurzsichtig seine Meinung in die Welt hinaus bläst, sollte sich aber über ein ramponiertes Image nicht wundern. Allerdings zeigt die FAZ mit diesen beiden Kommentar nur wieder ihr erzkonservatives Gesicht, welchem sie aber mit solchen Tiefschlägen selbst schadet.
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