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Friede sei mit Dir

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Oder der Friedensnobelpreis. In diesem Jahr ist die Entscheidung des Komitees, welches den Preis vergibt, absolut unverständlich. Denn ausgerechnet Barack Obama wird der Preis verliehen. Da kann man eigentlich nur noch den Kopf schütteln.

Auf der Homepage des Nobel-Preises wird folgende Begründung geliefert:

The Norwegian Nobel Committee has decided that the Nobel Peace Prize for 2009 is to be awarded to President Barack Obama for his extraordinary efforts to strengthen international diplomacy and cooperation between peoples. The Committee has attached special importance to Obama's vision of and work for a world without nuclear weapons. ...

Diese Worte zweifel ich nicht an. Aber rechtfertigen sie solch eine Auszeichnung für einen Mann wie Barack Obama?

Die zwei wichtigsten Argumente gegen eine Verleihung sind zum einen die alternativen Vorschläge, und Obamas kurze Amtszeit.

Abgesehen von den aktuellen oder ehemaligen Staatspräsidenten, veröffentlichte die Süddeutsche eine kleine Auswahl von Menschen, die in diesem Jahr für den Preis vorgeschlagen wurden. So stehen Organisationen wie "Koalition für das Verbot von Streubomben" und der Dachverband der SOS-Kinderdörfer auf der Liste, sowie Menschen, die unter Einsatz ihres Lebens sich um eine gerechtere und friedlichere Welt einsetzten und dabei extreme Strafen erleiden mussten, beispielsweise chinesische Menschenrechtskämpfer wie Wei Jingsheng oder Hu Jia, die für ihren friedlichen Freiheitskampf Haftstrafen verbüßten oder gerade verbüßen. Oder Ingrid Betancour. Die Süddeutsche schreibt über sie:

Die franco-kolumbianische Politikerin steht selbst auf der Liste. Sie trat 2002 bei den Präsidentschaftswahlen in Kolumbien an und wollte gegen die Korruption in ihrem Land vorgehen. Dann entführten sie Rebellen Farc und hielten sie sechs Jahre lang als Geisel.

Diese wenigen Beispiele führen auch zu dem zweiten Argument, welches gegen Obama spricht. Noch nicht einmal ein Jahr ist er der Präsident der USA. Sein Strategie-Wechsel in der amerikanischen Außenpolitik ist sicherlich zu begrüßen, allerdings basiert diese im Moment kaum auf Taten, sondern auf Worte - auf Visionen. Damit sollen die bisherigen Leistungen Obamas nicht herabgewürdigt werden, oder dessen Visionen diskreditiert. Allerdings sehe ich beispielsweise in dem Leidensweg anderer Kandidaten, den diese bewusst eingeschlagen haben (sprich sie wussten was sie erwartet, und sind ihn trotzdem gegangen), ein weiteres sehr starkes Argument gegen die Verleihung des Preises an Obama.

Hinzu kommen noch ein paar weniger ausschlaggebende Argumente, welche aber leicht polemisierend wirken können, wie der Gegensatz, dass der Oberbefehlshaber der stärksten Armee der Welt, bzw. dass der Präsident eines Landes, dass eines der größten Lieferanten für Waffen ist (die mit Sicherheit auch in ungerechtfertigten Konfliktlösungsstrategien eingesetzt werden), einen Preis erhält, der für das Gegenteil von Waffengebrauch steht.

Mit dieser Wahl hat das Ansehen des Preises bei mir deutlich an Ansehen verloren, da die Jury zu kurzsichtig entschieden hat.

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Geschrieben von Captain

09.10.2009 um 10:15:23

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