Bud Spencer – Eine Ikone
Niemand anders als Bud Spencer verkörperte in seinen Hau-Drauf Filmen mit Terence Hill einen Helden, der keiner sein wollte. Nicht nur deswegen war er das Vorbild für mich in meiner Jugend. Ein kleines Dankeschön an den Grummelbär, der in seinen Filmen zwar nicht viel von Recht und Gesetz hielt, aber doch immer Anstand und Moral bewies. Happy Birthday!
Ja, ich weiß, dass Bud Spencer nicht Bud Spencer heißt. Das soll mich in diesem Beitrag aber nicht weiter stören, und es ist auch nicht wirklich wichtig. Denn zum einen kann jeder, der seinen gebürtigen Namen wissen will, im Internet schnell fündig werden. Zudem kenne ich diese andere Seite des Schauspielers nicht so gut, auch wenn diese Seite einen sehr interessanten und spannenden Einblick in eine Person gewährt, die man wahrhaftig als Multitalent bezeichnen kann. Weltmeister und Olympiateilnehmer spiegeln dabei nur einen geringen Teil wieder.
Doch was machte ihn zu dem Held meiner Jugend?
Eigentlich stand Buddy meist auf der falschen Seite des Gesetzes. Vor allem in den Italo-Spaghetti-Western. Er mimte stets einen Pferdedieb, die zu damaliger Zeit in der neuen Welt hart bestraft wurden, da das Pferd als der wichtigste Besitz galt. So wie heute das Auto das liebste Kind des Deutschen/Amerikaner ist, galt dasselbe im Wilden Westen für das edle Arbeitstier.
Obwohl er diesen “falschen” Weg einschlug, repräsentierte er in jedem Film den Unterschied zwischen Recht/Gesetz und Anstand/Moral. Denn, auch wenn Terence Hill ihn meist dafür anstoßen musste, schlug Bud Spencer sich stets auf die Seite der Armen und Schwachen. Dabei symbolisierten sie schon das Prinzip der Religionsfreiheit.
Jeder wird sich an die Mormonen erinnern, die mit ihrer Viehherde die saftigen Wiesen “zerstörten”, wo die Pferde des Majors grasen sollten. Oder an das kleine Baby, welches furzenderweise mit Blähungen zu kämpfen hatte. Der verletzte Bergwerk-Junge, den Bud Spencer mit einem Flug durch Nacht, Nebel und Sturm rettete, darf auch nicht fehlen. Damit stand Bud Spencer neben dem Schelm Terence Hill für schnelle, trockene, standfeste, aber auch oft schmerzliche Hilfe.
Denn die Prügeleinlagen mit ihrer übertriebenen Soundkulisse waren das Tüpfelchen auf dem i, oder das Sahnehäubchen auf der Torte. Dabei suchte er nie diese gewalttätige Auseinandersetzung, sondern verteidigte sich stets. Der Hauch von “wir können das Problem friedlich klären, aber wenn ihr euch Prügeln wollt, dann spuck ich nur kurz in meine Hände und zeig euch, wo mein Hammer hängt” schwang stets in seinen Faustschlägen mit. Es gibt kaum, wenn überhaupt eine Prügelei, die in aggressiver Form von Bud Spencer und Terence Hill ausgingen.
Diese hochwertige Moral und der Anstand (natürlich von beiden) fehlt zunehmend in unserer Gesellschaft. Nicht nur deswegen stieg er für mich zu dem Helden meiner Jugend auf, aber auch gerade deswegen. Trotz der rechtlosen Seite, auf die Buddy sich in den Western schlug, symbolisierten beide eigentlich eine simple Moralphilosophie mit wenigen Regeln oder Richtlinien, die in der Gesellschaft angewandt, ein harmonisches Miteinander garantieren würden.
In seiner knurrigen Art und Weise war er doch unter dieser Schale immer ein liebenswerter und sanftmütiger Mensch. Dies zeigte er vor allem in den Plattfuß-Filmen und als Sheriff, der dem kleinen außerirdischen Jungen ein neues Zuhause bot. Und um es ganz platt, aber doch richtig auszudrücken, die Guten bekamen immer seine sanftmütige Art zu sehen, die Bösen seine harte Schale zu spüren, nebst rotierenden Dampfhammer. Dafür werde ich dich nie vergessen.
Vielen Dank und Happy Birthday, Carlo Pedersoli.
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