Die Rote Couch - Ein parteiloses Blog

Kurz und Bündig - Teil VII

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Nun, ich kann es doch nicht lassen. Da die Medien kein Problem haben, Missverständnisse herauf zu beschwören (als Beispiel dient hier die FAZ), es in der neuen Bundesregierung zwischen den Koalitionspartnern schon kriselt und ein Friedensnobelpreisträger mit Waffen absahnt, kann ich nicht einfach so still rumsitzen. Einen kleinen Nachschlag liefert Karstadt, welches ein schönes Beispiel für die Ungerechtigkeit des Raubtierkapitalismus liefert.

Fast jeder, der sich ein wenig für Fußball interessiert weiß um die Tragweite des Interviews um Philipp Lahm vom FC Bayern München. Die bei der Süddeutschen Zeitung erschienenen Aussagen gibt der Medienlandschaft Grund, sie umzuinterpretieren. Was die Bild dazu schreibt, ist mir ehrlich gesagt egal. Eigentlich schämt sich ja eh jeder tote Fisch, in solch einem Schmutz-Papier eingewickelt zu werden. Allerdings kann man deren Wortwahl erahnen, wenn man eine Interpretation von Christian Eichler auf dem Online-Nachrichten-Portal der FAZ liest. Sein Wortlaut:

heftigen Vorwürfen des Kollegen Philipp Lahm - Der Verteidiger war zur Attacke übergegangen - Klubführung und Mitspieler angegriffen

Wenn man diesem "Journalisten" (mit eigentlich gehobenen Anspruch) Glauben schenken mag, dann könnte man glatt meinen, Lahm lasse seinen Frust gegenüber seinem Arbeitgeber auf aggressivster Art und Weise Luft. Wer sich aber die Zeit nimmt, einmal das ursprüngliche Interview durchzulesen wird feststellen, dass Lahm lediglich (berechtigte) Kritik übt (Ob Lahm das so in der Öffentlichkeit hätte tun sollen, steht auf einem anderen Stern). Doch Christian Eichler polemisiert diese Kritik zur Schlacht am Little Big Horn um. Ganz ehrlich, guter Journalismus sieht ganz anders aus.

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In den letzten Tagen entflammte ein Streit über die großzügigen Wahlversprechen der CDU/CSU und FDP. Was Merkel und Co. so lapidar auf gut Glück versprachen, wollen Westerwelle und Co. nun gnadenlos umsetzen, egal ob sich Deutschland das leisten kann oder nicht. Angie war wenigsten noch clever genug, sich stets ein Hintertürchen für die offensichtliche Wahlkampflüge frei zu halten. Deswegen sollte sie es auch nicht weiter stören, dass sich die eigenen Landesväter gegen Steuereinsparungen stellen. Doch die FDP, die entweder Deutschland bewusst in den Ruin treiben will, oder jeden Hang zur Realität verloren hat, will trotz eines hohen Schuldenbergs weiter das Geld raushauen. Die Begründung von Guido Westerwelle:

Gerade weil die Kassen leer sind, brauchen wir ja faire Steuern - damit der Wirtschaftsmotor wieder anspringt und damit so unterm Strich auch mehr Geld in die Staatskassen kommt.

Er ignoriert aber, dass die Kassen gar nicht leer sind. Er muss erst mal wieder was hinein legen, damit sie leer werden. Und selbst wenn der Wirtschaftsmotor anspringen sollte, bedeutet das nicht, dass die Kassen wieder leer werden. Egal in welcher Phase sich Deutschland seit 1949 befand, der Schuldenberg wuchs aber stetig weiter, mal langsam, mal schnell. Daran sollte Westerwelle mal denken, bevor er lauthals Steuersenkungen verkündet. Wobei, ist wohl doch nur ein Auszug aus seinen Büttenreden. Karneval steht ja bevor ...

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Vor kurzem war die Weltgemeinde doch etwas erstaunt, als Barack Obama den Friedensnobelpreis bekam. Selbst der Preisträger konnte es nicht fassen, denn gerade mal ein Jahr im Amt leistete er noch nichts, was dieses Preis gerechtfertigt hat. Das weiß auch der Präsident. Jetzt wird zusätzlich bekannt, dass die US-Waffenexporte auf ein Rekordhoch stiegen ...

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Karstadt ist ja mit Arcandor untergegangen. Nun versucht ein Insolvenzverwalter zu retten, was zu retten ist. Dabei sollen die Mitarbeiter mit insgesamt 150 Millionen Euro dazu beitragen. Das äussert sich darin, dass sie auf Lohn, der ihnen zusteht, verzichten müssen.

Die nun erzielte Vereinbarung sieht vor, dass die Mitarbeiter für drei Jahre auf 75 Prozent ihres Weihnachtsgelds und ihr Urlaubsgeld sowie tarifliche Vorsorgeleistungen verzichten

Da fragt man sich, wie hoch das Einkommen der Manager in den letzten Jahren war, die Karstadt in den Ruin getrieben haben, und wieviel Geld aus dem Unternehmen abgeflossen ist, als Karstadt noch Gewinn abgeworfen hat. Und wo diese Mittel gelandet sind. Aber, das ist der Kapitalismus. Am Gewinn kaum beteiligt, kommen meist nur die unteren Mitarbeiter für eine Pleite auf.

Geschrieben von Captain

08.11.2009 um 11:12:51

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