GM tritt nach
Dass GM auf der Nase der Bundesregierung getanzt hat, ist seit der Absage an den Verkauf von Opel klar. Um die ganze Sache noch ein wenig spannender zu machen, tritt GM-Chef Fritz Henderson noch einmal nach. Süffisant erklärte er, dass man "ungeheuer dankbar" für die Unterstützung sei, und dass ohne eben diese man ansonsten nicht hier wäre.
Allerdings klingt der Ton, den Henderson anschlägt, versöhnlich. So zog er "die Drohung des Konzerns von vergangener Woche zurück, dass Opel die Insolvenz bevorstehe, wenn die Beschäftigten nicht zu Zugeständnissen bereit seien." Eine Insolvenz sei nicht notwendig und kaum wahrscheinlich. Außerdem wolle er, dass Opel zu alter Stärke zurück geführt wird und eigenständiger werden soll als noch zuvor.
Gekonnt hörten die Verantwortlichen beim amerikanischen Branchenriesen über Angela Merkels Kritik hinweg, dass sie ihrer Verantwortung Opel gegenüber monatelang nicht gerecht wurden und dass auf GM kein Verlass war. Das wirft die Frage auf, wie verlässlich die neuen Äußerungen von Henderson sind, vor allem da er im Moment wohl noch auf Staatshilfen angewiesen sein wird. Die jetzigen Schulden werden sicherlich nur getilgt, da GM Handlungsfreiheit braucht.
Hinzu kommt, dass die Worte, die jetzt angeschlagen werden, sehr diplomatisch klingen, wenn er meint, dass er die Regierungen auf Grund der Europaweiten Standorte nicht gegeneinander ausspielen wollen würde. Dies geschieht sicherlich nicht nur, weil GM solch ein ehrlicher und freundlicher Mutterkonzern ist. Denn zusätzlich bekräftigte Henderson, dass Opel endlich in eine Aktiengesellschaft umgewandelt werden soll. Ein Schelm, wer dabei böses denkt.
In Amerika gibt es dazu ein Sprichwort: "Fool me once, shame on you. Fool me twice, shame on me!"
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5 Kommentare zu GM tritt nach
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GM hat nur das gemacht, was ein Kapitalist in solchen Fällen immer macht: Opel solange zu halten wie möglich. Dass die Regierung in ihrer Gutgläubigkeit geld in Opel reingesteckt hat, weil sie dachten, Opel wird verkauft. Nun gut. Wenn sie aber glauben, GM ändere sich nun und wird seine Taktik umstellen … da sehe ich schwarz. Vor allem da sie ja Opel in eine AG umbasteln wollen. AGs sind aber anfänglich nur erfolgreich, wenn das Konzept stimmt. Und dass Sowieso nur Raubtiere an der Börse handeln, muss das Konzept sehr gut aussehen, sprich es wird nicht nur zu einigen Entlassungen und Schließungen kommen.
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Warten wir erstmal ab. Schließlich sind GM und Opel nicht erst seit gestern verbunden und GM war bis vor gar nicht so langer Zeit noch der größte Autokonzern der Welt. Außerdem: Bevor die Opel kicken, sollten sie erstmal Marken wie Saab aussortieren. Und das wissen die bei GM auch.
Btw: wenn GM wie ein Kapitalist gehandelt hat, wie haben dann die Politiker gehandelt? Wie Sozialisten, Geld rein bis zum bitteren Ende?
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“Btw: wenn GM wie ein Kapitalist gehandelt hat, wie haben dann die Politiker gehandelt? Wie Sozialisten, Geld rein bis zum bitteren Ende?”
Nein, dann würde das bei Opel ganz anders laufen. Sie haben sich als Hüter des Kapitalismus aufgeführt in dem Sinne, dass das schreckliche Gesicht des Kapitalismus, nämlich dass der Markt Opel zur Insolvenz gedrückt hat, zu überspielen versucht wurde.
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Hm, da muss ich mal drüber nachdenken. Hab das jetzt auch nicht soo sehr im Blick gehabt.


Hm, das mit Opel ist eine vertrackte Sache. ich finde es auch irgendwie bedenklich, dass alle (Du nicht) auf GM eintreten. Man sollte dabei nicht vergessen, dass GM den Weg der kontrollierten Insolvenz gegangen ist und dadurch wieder im Aufwind ist, während unsere Wahlkampf-taumelnden Politiker vor der Wahl noch Guttenberg ausgelacht haben und – wenn ich da richtig liege – sogar noch Geld reingeschossen haben.
Ich will nicht widersprechen, dass GM auch Fehler gemacht hat, aber die Schuld bzw. den Sündenbock ausschließlich bei denen zu suchen, ist für mich doch etwas kurz gedacht.