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Hartz-IV gescheitert?

Mit 2 Kommentaren

Nach fünf Jahren Hartz-IV lassen nur wenige ein gutes Haar an der Reform. Das Ziel, den Arbeitslosen den Weg zurück zur Vollzeitbeschäftigung scheint weit verfehlt. Ist Hartz-IV damit gescheitert?

Am Ziel gemessen kann es dazu nur ein klares Ja geben. Allerdings ist daran nicht Hartz-IV selbst schuld. Im Grunde ist es egal, wie auch immer ein soziales Programm heißt oder aussieht, wenn am Ende eines fehlt: Arbeitsplätze.

Dabei geht es nicht um die Arbeitsplätze, welche die Bezeichnung nicht verdienen, welche dem Arbeitnehmer nicht das geben können, was er für ein anständiges Leben braucht - nämlich einen ordentlichen Verdienst, der neben seinen Lebenserhaltungskosten auch ein individuelles Leben garantiert, wo er seine Interessen entwickeln und ausleben kann.

Dabei geht es nicht um die größte Oldtimer-Sammlung oder um exotische Statuen aus fernen Ländern. Aber ein Mensch muss in der Art und Weise für sich sorgen können, dass er sich mehr leisten kann, als nur zu überleben. In unserer heutigen fortschrittlichen Welt, in humanistischer als auch in technischer Hinsicht, mit all seinen Gelehrten und Intellektuellen sollte es doch kein Problem sein, dieses Ziel zu erreichen.

Arbeitsplätze zu schaffen, die ihren Namen auch wirklich verdienen.

Da Holger Steltzner auf FAZ-Online diese simple Lösung nicht erkennt, bleibt ihm nichts weiter übrig als den Fehler im System von Hartz-IV zu suchen. Zwar spricht er die richtigen Probleme an, wie:

wenn nämlich Millionen, die hart arbeiten, sehen, dass sie ohne Anstrengung das gleiche „Einkommen“ erzielen könnten wie diejenigen, die vom Sozialsystem leben. Wenn sich Arbeit nicht mehr lohnt, fehlt ein wichtiger Anreiz, sich anzustrengen.

Aber er bleibt an seinem eigenen Horizont hängen. Denn seine Lösungen wie

Statt eines staatlichen Kombilohnmodells, das neben dem Bezug von Hartz IV die Aufnahme einer geringfügigen Beschäftigung begünstigt (mit etwas zusätzlicher Schwarzarbeit verdient man schnell mehr als Handwerker, Busfahrer oder Krankenschwestern), sollte künftig stärker die Aufnahme sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung gefördert werden.

scheitert an dem Angebot von wahren Arbeitsplätzen. Er bleibt hängen im System Hartz-IV ohne darüber hinaus zu schauen.

Hartz-IV gehört abgeschafft. Nicht aus den Gründen, wie sie landauf und landab zu hören sind. Nicht weil Harzt-IV Sozialschmarozer fördert, auch nicht weil dieses Sozialprogramm einen Menschen entwürdigt. Es gehört abgeschafft, weil eine stabile Gesellschaft solch ein Programm nicht braucht. Denn eine stabile Gesellschaft hat begriffen, dass jeder Mensch nicht nur gleich ist, sondern dass er durch seine natürliche Ausprägung, also seinen Leistungs-Möglichkeiten eingeschränkt ist. Das bedeutet, dass eine wahre Leistungsgesellschaft nicht darauf achtet, wie ersetzbar eine Arbeitskraft ist, sondern darauf, welche Leistungen jeder einzelne bereit ist, im Verhältnis zu seinen Möglichkeiten für die Gesellschaft zu erbringen.

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Geschrieben von Captain

26.01.2010 um 09:10:52

Abgelegt in Gesellschaft, Politik

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2 Kommentare zu Hartz-IV gescheitert?

  1. Deswegen brauchen wir keine Reformation des alten Systems. Wir brauchen ein bedingungsloses Grundeinkommen, dass den Menschen ihre Existenzängste nimmt. Das ganze wäre auch finanzierbar – alles andere ist eine Lüge. Es wird kein ständiges Wirtschaftswachstum mehr geben !!!

    Herr M.

    21 Feb 10 um 01:17

    Antwort

  2. Das Wachstum kommt von alleine, wenn wir eine stabile Gesellschaft hätten.

    Captain

    21 Feb 10 um 09:33

    Antwort

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