Die Rote Couch - Ein parteiloses Blog

Ballack vs. Löw, die Zweite

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Da ich Michael Ballack für den am meisten überbewerteten Spieler halte (kurz hinter ihm der Tiefflieger Kuranyi), wollte ich mich eigentlich mit einem Kommentar zu dem "Kampf" zwischen Löw und Ballack zurückhalten. Da dieses Thema nun aber wieder hochgekocht wird, doch eine kleine Bemerkung am Rande. Es zeugt nicht wirklich von viel Verstand, Kritik (berechtigt oder unberechtig sei einmal dahin gestellt) öffentlich an seinem Trainer zu äußern. Dies hat zwei Gründe.

Zum einen geht es um die Moral innerhalb der Mannschaft. Wie soll ich als Spieler noch mit einem Kapitän zusammenarbeiten, der innere Konflikte nach außen trägt? Der es bevorzugt, wie ein kleines Mädchen zu jammern, weil Papa sie nicht ausgehen läßt? Dies zeugt von Charakterschwäche ersten Grades, welche einem Kapitän der Nationalmannschaft nicht gebührt.

Zweitens ist die Form und der Inhalt eine Bloßstellung des Trainers (auf die Löw auch reingefallen ist), wenn nicht gar Erpressung. "Schau her, Trainer, ich habe Macht, also musst du tun was ich sage." So zumindest scheint es Ballack sich überlegt zu haben, anders kann ich mir es nicht vorstellen.

Aber ein Vertrauensverhältnis scheint Ballack nicht zu wollen.

Allerdings muss man dem Mittelfeldspieler einiges zu Gute halten. So waren die Fragen, in dessen Interview Ballack die Kritik geäußert hat, nicht unbedingt raffiniert, aber gut gestellt. Es war schon ziemlich schwierig, und erfordert eine gewisse Kompetenz, diese Fallen zu umschiffen. Nun, Ballack hat dies nicht geschafft, was unkommentiert bleiben soll. Außerdem scheint er seine Felle davon schwimmen zu sehen, und seine persönliche Involviertheit im Fall Frings ausschlaggebend für eine fehlende distanzierte Meinungsbildung zu sein, was ebenso unkommentiert bleiben soll.

Löw hat nur den Fehler gemacht, sich auf das Kindergartenspiel von Ballack einzulassen, was auch Schwächen offenbart. Lass den Hahn krähen, denn nicht er entscheidet nicht selbst, wann er in den Topf kommt, sondern der Bauer alleine. Der muss nämlich seinen Hof bewirtschaften, und kann es sich nicht leisten, auf einen Hahn, dessen Leben bedroht ist, zu hören. Denn nicht der Hahn bezahlt des Bauerns Lebensunterhalt, sondern das System.

Dass Ballack nun aber weiterkräht, ist verständlich. Als Alpha-Tier im Wolfsrudel darf er keine Schwäche zeigen, ansonsten kräht am Ende wohl kein Hahn mehr danach (nach Ballack).

Geschrieben von Captain

25.11.2008 um 14:01:19

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