Doppelgelb - Der "Schiedsrichter-Rambo"
Nein, als Rambo würd ich ihn nicht gleich betiteln. Eher muss ich einmal den Schiedsrichter, der zwei Gelbe Karten mit sich rumträgt, in Schutz nehmen. Was war passiert? Thomas Metzen, Jungschiedsrichter, zeigte am vergangenen Wochenende im Zweitligaspiel FSV Mainz 05 gegen den FC St. Pauli (2:2) zwei Spielern gleichzeitig die Gelbe Karte. Dafür wurde er von höchster Stelle nun gerügt.
Sein Verhalten war inakzeptabel. Das wusste Metzen selbst, von vornherein. Eher scheint mir seine Aktion ein Resultat einer Wette zu sein. Doch er darf das. Zumindest einmal.
Dabei spielt sein Alter eine große Rolle. Der gerade einmal 27 Jahre alte Metzen aus Mechernich bei Euskirchen in der Eifel ist noch jung, aber talentiert, sonst würde er nicht schon in der Zweiten Liga pfeifen. Junge Pferde gehen nun mal durch, so auch er. "..., ich habe mich dazu hinreißen lassen", so sein Kommentar. Aus Fehlern lernt man, so auch er. Warum ich das so einfach sagen kann? Er hat niemanden verletzt. Er hat niemanden getötet, er hat auch niemanden betrogen.
Er hat den Wölfen auf dem Spielfeld ein Spiegel vorgehalten, ob gewollt oder nicht.
Die Manieren der Herren Fußballer (und ihrer Trainer) lassen schon lange zu wünschen übrig. Wie selbstgerechte Henker stürzen Sie sich nach eigenem Versagen auf den Schiedsrichter, um einen Sündenbock zu finden. Dabei gilt es, auch jede Schamgrenze übertreten zu müssen. Dass sie dabei als Vorbilder völlig versagen, ist ihnen dabei egal. Hauptsache es wurde ein Schuldiger gefunden. (Ob hier das Wort "Progromstimmung" angebracht ist?) Metzen hat sich nur selbst verteidigt. Wölfe sind Rudeltiere, und es muss gezeigt werden, wer hier das sagen hat. Und das ist auf einem Fußballfeld der Schiedsrichter.
Diese Autorität kann man auch anders zeigen, das ist klar und diese Aktion wird auch einmalig bleiben. Dennoch wird zu viel Trubel um dieses Wildwest-Verhalten gemacht, und zu wenig Strafen für die ausgesprochen, die sich in ungerechtfertigter Weise über die Leistung des Schiedsrichters beschweren. Wer nicht schon einmal eine Pfeife in der Hand gehalten hat, hat überhaupt kein Recht, sich dazu zu äußern. Man kann nicht immer alles sehen. Nicht weil man es nicht will, sondern weil manchmal für den Bruchteil einer Sekunde sich ein Spieler zwischen Schiedsrichter und Geschehen befinden kann, oder weil die ausgefahrene Hand, welche von jeder Kamera gut zu sehen ist, vom Schiedsrichter aus hinter dem Körper des Täters den Gegenspieler behindert. Dem Referee bleiben Bruchteile einer Sekunde, um jede Situation, mögen sie auch noch so schnell hintereinander geschehen, bewerten und einschätzen zu können. Und diesem Umstand wegen sollte man den Schiedsrichtern auch ein wenig, wenn nicht sogar mehr, Respekt zollen.
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