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Felix Magath - Fall-Beispiel für die 10. Liga

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Nachdem Trainer Felix Magath (VfL Wolfsburg) den Schiedsrichter Helmut Fleischer in der Halbzeitpause des VfL-Heimspiels gegen den VfB Stuttgart am 22. November (4:1) verbal attackierte, wurde er für die zweite Halbzeit auf die Tribüne verbannt, und wenig später vom DFB mit einer Geldstrafe von 10.000 Euro belegt. Dagegen legte Magath Einspruch ein. Er sehe es nicht ein, doppelt bestraft zu werden. (LINK) Doch zeigt er mit dieser Geste eine Respektlosigkeit dem Unparteiischen gegenüber, welche in allen Ligen, bis hin zur untersten Kreis- oder Stadtliga zu finden ist.

Als Schiedsrichter hat man es nicht leicht. Fast immer ist er der einzige auf dem Platz, welcher wirklich alle Regeln kennt, und innerhalb von Sekunden diese Regeln anwenden muss. Er muss dabei eine Objektivität wahren, die beiden Mannschaften gerecht wird, damit Entscheidungen nicht parteiisch werden, sprich, er darf auf keiner Seite stehen.

Spieler, Trainer, Betreuer und Fans hingegen brauchen sich da keine Sorgen zu machen. Sie stehen auf der Seite ihres Vereins, jubeln, trauern oder meckern, so wie die Situation es gerade zulässt. Wenn ein Spieler der eigenen Mannschaft gefoult wird, dann gehört der Täter bestraft. Drückt hingegen der Stürmer den Verteidiger zur Seite, ohne das ein Ball in der Nähe ist, hört man oft den beliebten Spruch, "Wir spielen doch nicht Halma". Sie sind parteiisch. Fouls scheinen je nach Stand- und Sichtpunkt unterschiedlich. So kann das gleiche Foul unterschiedliche Reaktionen hervorrufen, je nachdem wer es an wen begangen hat.

An solch einer Haltung der Spieler, Trainer und Fans ist nicht viel auszusetzen. Allerdings ist nicht tragbar, wenn diese die Autorität des Referee in Frage stellen. So geschehen bei Magath, in dem oben genannten Spiel.

Dieses Verhalten findet man nicht nur um bezahlten Fußball, sondern hinab bis hin zur Kreis- oder Stadtliga. Es reicht dabei vom normalen Abwinken in Richtung des Schiedsrichters, über den berühmten Vogel bis hin zu körperlichen Angriffen. Vor allem von Zuschauern wird der Schiedsrichter beschimpft und aufs gröbste beleidigt. Egal wie der Schiedsrichter eine Situation einschätzt (sprich ahndet oder nicht) herrscht meist auf der vermeintlich benachteiligten Seite Unmut, egal ob der Schiedsrichter richtig oder falsch gehandelt hat. Auch Spieler bekunden meist lautstark ihre Unzufriedenheit, bis sie mehr oder weniger durch eine Verwarnung "beruhigt" wurden. Dabei schrecken sie nicht einmal vor Lügen zurück. Das einfachste Beispiel hier wäre der Einwurf. In rund 25 % der Einwürfe reklamiert mindestens ein Spieler beider Mannschaften, dass jeweils der Gegner als letztes den Ball berührt hätte, wobei hier selbst dem falsch liegende Spieler bewusst ist, dass er die "Wahrheit" nur vortäuscht.

Der Schiedsrichter ist die ärmste Sau auf dem ganzen Spielfeld.

Diese Beschimpfungen und Beleidigungen sind zu einer Art Sport geworden. Dabei interessiert es niemanden, dass das Ziel des Schiedsrichters einzig und alleine darin besteht, das Spiel objektiv nach den Regeln zu leiten. Er muss, KANN aber nicht alles sehen. Ein schlechter Blickwinkel, oder ein störendes Element (Spieler) im Sichtfeld können störend wirken. Zudem bleibt dem Schiedsrichter sehr wenig Zeit (oftmals ein Bruchteil einer Sekunde, im besten Fall zwei bis drei Sekunden) eine Situation einzuschätzen. Diese hohe Anforderung erfordert viel Konzentration und Leistung. Und seien wir doch mal ehrlich, in der Bundesliga werden die Schiedsrichter dieser Verantwortung gerecht. Fehler gibt es immer wieder, aber sie halten sich in einen sehr geringen Rahmen.

Und genau aus diesem Grund müsste eigentlich auch ein Felix Magath verstehen, dass sein Verhalten nicht nur grob unsportlich war, des Weiteren auch die allgemeine Einstellung der Beteiligten gegenüber den Schiedsrichter widerspiegelt. Diese Einstellung unterstützt der Trainer noch zusätzlich mit seinem Einspruch. Da Magath zudem noch im Mittelpunkt der Öffentlichkeit steht, bekommen seine Handlungen zudem noch eine besondere Note. Nun fühlen sich all diejenigen in ihren Handlungen bestätigt, die keine Skrupel vor Beleidigungen aller Art, oder gar tätlichen Angriffen hegen.

Was glauben Sie eigentlich, Herr Magath. Man könnte fast meinen, der Schiedsrichter wollte Ihnen etwas Böses tun, so wie Sie sich aufgeführt haben. Kein Schiedsrichter handelt gegen jemanden, sondern für die Regeln des Spiels.

Die Strafe mag extrem ausgefallen sein, aber sie zeigt, dass der Respekt den Unparteiischen gegenüber bereits auf so ein geringes Maß geschrumpft ist, dass sich die Verantwortlichen nicht eines besseren behelfen können. Wenn gar ganze Spieltage einer Liga (bereits im Amateur-Bereits geschehen) ausfallen, weil die Übergriffe auf Schiedsrichter zunehmen, ist was faul im Fußballlande. All diese Gründe legitimieren eine Strafe in dieser Höhe.

Geschrieben von Captain

06.12.2008 um 15:02:09

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