Gemeinsam können wir es schaffen!
Seit kurzem schon sollen wir, das Volk, die braune Gefahr bekämpfen, ohne Waffen, nur mit unseren Worten, unserer Präsenz und unserer Zivilcourage, was eigentlich auch gut ist. Denn auch wir müssen Flagge bekennen. Aber ganz so einfach ist das nicht. Nun kommt Bundeskanzlerin Angela Merkel mit einer neue Aufgabe für uns gefunden, die doch stark an Erstere erinnert. Denn wieder einmal sollen wir mithelfen die Suppe auszulöffeln, die andere uns eingebrockt haben.
Im letzten Videopodcast der Kanzlerin in diesem Jahr wünscht Sie uns "gesunde und gute Festtage", und wir sollen ausspannen und Kraft schöpfen, denn "vor uns liegt ein Jahr voller Herausforderungen". Mit diesen Worten leitet Sie vorsichtig auf ein Thema hin, welches wirklich jeden in unserem Land angeht. Eigentlich bestimmt es Die ganze Welt, aber Sie ist ja nur die Kanzlerin von Deutschland, und schwört nun ihre Mannschaft auf die kommenden Probleme ein.
Täglich erreichen uns Nachrichten über schwierige wirtschaftliche Situationen von Betrieben.
Mit einer etwas untertriebenen Formulierung kommt Sie dann zum Kern ihrer Ansage, der Weltwirtschaftskrise. Denn die wird Deutschland im nächsten Jahr besonders hart treffen. Um drei Prozent soll die Wirtschaftsleistung sinken, damit rechnet zumindest die Bundesregierung. Doch weil die Selbstheilung des Marktes eklatante Defizite der deutschen Politik offenbaren würde, was Gleichheit und Gerechtigkeit anbelangt, müssen nun Milliarden in denselben gepumpt werden, um noch "schlimmere" Entwicklungen entgegen zu wirken. Das dabei nur Öl ins Feuer gegossen wird, scheint dabei irrelevant zu sein. Denn je länger jetzt die Blase weiter künstlich am Leben gehalten wird und je mehr weitere heiße Luft zuströmt, umso lauter wird der Knall sein, wenn die Blase der nächsten Wirtschaftskrise platzt.
Damit auch wir glauben, dass das Öl im Feuer eine gute Idee ist, ruft nun die Kanzlerin die Deutschen auf, mit anzupacken.
Dies können wir nur alle miteinander schaffen.
Mit dem "Wir" kann nur das gemeine Volk gemeint sein. Denn dieses hatte in den vergangenen Tagen nicht das Glück (so wie die Köpfe der Wirtschaft), von der Kanzlerin eingeladen worden zu sein, um über die Zukunft des Landes zu beraten.
Das Volk soll nun mithelfen. Denn wir sitzen alle in dem gleichen Boot. Wirklich? Das glaube ich nicht. Mein Boot hat keine 400 Pferdestärken. Mein Boot hat keine 10 Zimmer. Mein Boot ist auch keine Yacht. Mein Boot hat viele Löcher, zwei AS (Armstärken) und am einzigen Aufbauten weht die deutsche Fahne auf Halbmast.
Doch das alleine ist noch nicht genug. An einem möglichst dickem Tau hängt der große Dampfer "Deutsche Wirtschaft", der durch seine Steuermänner aus Politik und Wirtschaft auf Grund geschickt wurde. Diesen maroden Kahn sollen wir nun zurück in die Fahrrinne zerren. Mit unseren Booten, von Holzwürmern zerfressen, weil wir uns kein besseres Holz leisten konnten. Und weit und breit keine Yacht zu sehen. Das sind ja schließlich auch keine Arbeitsboote.
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Die private rote Couch
21 Dez 08 um 14:03