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Uli, mach mir den Zumwinkel

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Alle Jahre wieder versuchen die Verantwortlichen des Bayern München mehr aus ihrem Erfolg rauszuschlagen, als sie schon bekommen. Denn sie sind der Meinung, dass der FC Bayern München durch seinen Erfolg (Deutschland und Europaweit) auch am meisten zu den Fernsehgeldern in Deutschland beiträgt, und dementsprechend auch besser entlohnt werden müßte. Da dies bisher nicht geklappt hat, kommt Bayern-Manager Uli Hoeneß nun auf eine ganz neue Idee. Statt weiter auf Pay-TV zu setzen (welches glorreich untergegangen ist), sollen nun alle Gebührenzahler zwei Euro im Monat mehr ausgeben, um die deutschen Fußballmannschaften zu unterstützen.

Gut bezahlte Manager rechtfertigen die Höhe ihrer Gehälter mit ihrer Verantwortung, und ihren Leistungen, die mehr zum Bruttoinlandsprodukt beitragen als der kleine Arbeiter in der Fabrik. Genauso wollen die Bayern ein größeres Stückchen vom Kuchen haben, zu dem sie ihrer Meinung nach auch am meisten beitragen.

Hoeneß und Co. haben nämlich Angst, dass sie nie wieder die Champions League gewinnen können. Der Grund hierfür liegt darin, dass die Qualität des deutschen Fußballs weit hinter der der englischen, spanischen und italienischen Ligen zurückliegt. Denn die europäische Spitze erhält viel mehr Fernsehgelder als der deutsche Primus. Dort funktioniert nämlich das Prinzip Pay-TV. Laut Hoeneß kommen die europäischen Topclubs auf 80 bis 130 Millionen Euro im Jahr, der FC Bayer hingegen nur auf 50 Millionen Euro. Da können sich die Vereine auch mehr leisten als der deutsche Rekordmeister.

Sicherlich kann man einen Fußballverein nicht mit einem Top-Manager vergleichen. Denn das Geld kommt primär dem Verein zu gute und keiner Person. Allerdings argumentiert Hoeneß hier in die falsche Richtung. Ich kann verstehen, dass es frustrierend ist, immer den Topclubs hinterher zu jagen, allerdings sollte nicht vergessen werden, dass sie damit ein perverses System unterstützen. Das witzige an der Sache ist, dass selbst Hoeneß und Co. auf diese falsche Ausuferung im Fußball wettern. Trotzdem wollen sie lieber mitmachen als dagegen zu arbeiten. Allerdings trifft er damit wieder die kleinen Vereine, die Hoeneß ganz außen vorlässt. So viel zum Gemeinschaftsgefühl.

Die neue Forderung, Zwei Euro dem Fernsehhaushalt aufzulasten, damit die Bayern weitere Millionen investieren können, ist nicht nur auch eine weitere Idee, sich dem perversen System anzugleichen, anstatt es zu verbessern, sondern zudem Wettbewerbsverzerrung. Der europäische Fußball ist als Wirtschaftszweig in der Moderne angekommen. Das bedeutet aber wiederum, dass als Wirtschaftsunternehmen die Vereine von den Konsumenten abhängig sind. Der Misserfolg des Pay-TV-Konzepts ging schief, was bedeutet, dass der Konsument mit dem Free-TV-Angebot hierzulande zufriedener ist. Eine Extragebühr für die Zuschauer würde dann aber einen staatlichen Eingriff in diesen Wirtschaftszweig bedeuten. Dazu kann man auch staatliche Subventionen sagen. Soll das der richtige Weg sein?

Ex-Postchef Klaus Zumwinkel freut sich über eine ähnliche Zahlung. 20 Millionen Euro lässt er sich auszahlen, und nimmt seine Pensionsansprüche in einem Stück mit (Bevor die Postbank noch ganz pleite geht). Sie sind auch staatlich finanziert. Also hat der FC Bayern vielleicht doch noch gute Chancen, an seine Millionen heran zu kommen.

Geschrieben von Captain

15.03.2009 um 22:02:27

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