Der Papst - Oberhaupt einer Religion
Er steht mal wieder im Rampenlicht. Benedikt XVI. kommt nicht zur Ruhe und das Papst-Bashing geht in eine neue Runde. Diesmal steht seine Aussage über den Nutzen von Kondomen in Afrika gegen AIDS im Vordergrund. Denn er befindet, dass mit Kondomen die Krankheit nicht bekämpft werden kann. Damit erntete er viel Gegenwind. Vereinzelt wird ihm auch Recht gegeben, aber meist nur, um über einen Umweg doch noch kritisieren zu können. So zeigt es zumindest M. Drobinski auf der Online-Nachrichten-Plattform der Süddeutschen. Doch seine Kritik geht an der Wahrheit vorbei, denn er betrachtet die katholische Kirche nicht als das, was sie ist – ein Glauben.
Die Trennung zwischen Kirche und Staat ist in Deutschland vollzogen, wenn man einmal davon absieht, dass die Christliche Demokratische Union und die Christlich-Soziale Union zur Zeit die Bundeskanzlerin stellen und gemeinsam die größte Fraktion im Bundestag stellen. Aber seit Angela Merkel als Bundeskanzlerin sprechen kann, und gleichzeitig nicht als Christin (was irgendwie witzig ist), kann man davon ausgehen, dass die Politiker dieser Parteien diese Säkularisierung auch durchziehen. Aber ich schweife ab.
Durch die Trennung zwischen Religion und Staat wurden die Religionen zur sekundären Instanz für Handlungsentscheidungen herab gestuft, wenn denn überhaupt ein Mensch religiöse Gefühle empfindet. Damit bekommt eine Religion den zunehmenden Geschmack einer Lebenseinstellung. “Wer katholisch ist, sollte auch katholisch handeln”, solange er damit nicht gegen das Gesetz verstößt. Und genau das scheinen die Kritiker der Kirche (vor allem der katholischen) nicht zu begreifen. Denn die katholische Kirche ist ein Religion, die Handlungsspielräume vorgibt, welche durch Gott entstanden. Wer diese Religion ausübt, sollte dementsprechend handeln. Wer nicht, brauch sich nicht daran zu halten, mit allen Konsequenzen.
Der Mensch hat sich im Endeffekt “erdreistet”, über diesen Geboten zu stehen, wenn er sagt, Religion und Staat müssen getrennt sein. Allerdings muss er akzeptieren, dass der Papst als Stellvertreter Gottes die Regeln in der Art der Kirche auslegt. Er wendet sich an die Gläubigen und Nichtgläubigen, ihnen eine Möglichkeit des Lebens zu präsentieren, die in der Tat vor AIDS schützt. Und dazu brauch es keine Kondome. Zudem hat der Papst einen wunden Punkt getroffen, wenn er sagt, Kondome verschärfen die Situation, wenn man bedenkt, dass die Benutzung eines Kondoms eine Sicherheit suggeriert, nämlich der 100-prozentige Schutz vor der Krankheit. Es ist ein wenig Haarspalterei, aber trotzdem nachvollziehbar. Aber darauf will ich nicht hinaus.
Fakt ist, dass der Papst mit seiner Religion eine Lebensweise anbietet, die vor AIDS schützt. Und Fakt ist auch, dass nun massenhaft auf den Pontifex “eingeprügelt” wird. Und das hat er nicht verdient. Die katholische Kirche IST eine Religion, die ihre Regeln nach den Glauben ausrichtet, und nicht nach den Individualismus-Bedürfnissen des Menschen. Denn für die Kirche ist der Mensch nicht entstanden, sondern von Gott geschaffen, um seine Regeln zu befolgen. Und jeder, der sich erdreistet, ausufernde Kritik an dem Papst zu üben, sollte erst einmal darüber nachdenken, wer an dem Dilemma der Menschen in Afrika Schuld ist. Und das ist mit Sicherheit nicht die Kirche.
Kritik ist immer gut. Kritik bringt Bewegung. Kritik schafft Diskussionen. Aber die Religion ist und bleibt ein Glauben, den jeder Mensch für sich frei wählen kann, ABER, er muss die Regeln befolgen. Wenn ihm das nicht passt, soll er austreten oder gar nicht erst wählen. Und noch schlimmer ist, dass, obwohl der Mensch die Religion herabgesetzt hat auf den Glauben, und nicht gesetzgebende Gewalt, er sich dann noch über eine Lebenseinstellung aufregt, die durchaus gegen AIDS schützt.
Und dabei spielt es auch keine Rolle, dass die Kirche selbst ihre eigenen Regeln bricht, denn das ist ein anderes Thema.
1 Trackback zu Der Papst - Oberhaupt einer Religion
8 Kommentare zu Der Papst - Oberhaupt einer Religion
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Du tust grad so, als hätte es erstens keine Missionierung gegeben, als hätte die Kirche sich aus der Plünderung Afrikas herausgehalten und Du sprichst dem Papst Macht ab, die er hat; das ist sehr gefährlich. Die Kirche arbeitet von jeher mit Angst und gerade in bildungsfernen, armen und perspektivlosen Gebieten ist der Glaube nicht wirklich freiwillig gewählt. So lange die Kirche diese auf Angst basierende Macht ausübt und so lange sie an der Realität vorbei den Weg weist, ist eine Kritik dringend geboten.
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Wenn die Macht des Papstes so groß ist, warum gibt es dann immer noch Kriege? Warum leben die Menschen dann nicht nach Gottes Geboten? Warum … etc.
Ich tue auch nicht so, als ob die Missionierung nicht stattgefunden hätte. Und ich kenne die Geschichte der katholischen Kirche während des Imperialismus’ nicht genau. Aber ich bezweifle, dass sie eine Plünderung im Umfang der europäischen Staaten durchgeführt hat.
Und ganz ehrlich, je mehr ich von den Umständen der Äußerung mitbekomme, je mehr stehe ich auch auf seiner Seite, ZUMINDEST was dieses Thema angeht.
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Es ist, als würde man Ampeln verbieten, weil es sicherer ist, zu hause zu bleiben. Und warum sollte es wegen der Kirche keine kriege geben? Erstens hat die kirche bisher alle Kriege mitgemacht (und sogar die Bombe gesegnet, die auf Hiroshima abgeworfen wurde) und zweitens übt die Kirche die macht ja nicht auf die Entscheidungsträger der weltlichen geschicke aus, sondern leider auf zum Beispiel Menschen, die sich weder im Internet noch im Fernsehen noch in der Schule informieren können, wie der Hase läuft.
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Seit Johannes Paul II wurde an jedem Krieg Kritik geübt seitens der Kirche. Was davor war, zähle ich nicht mit.
Und zu Zweitens, wenn denn die Macht des Papstes so groß ist, warum leben dann die Menschen nicht enthaltsam?
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Herr im Himmel, die Menschen halten sich an vieles und zum Beispiel lassen sie sich Kondome verbieten, aber viel Sex gibt es [geändert] halt auf dieser Welt. Nur weil ein paar Entrückte Kittelschürzenträger es (angeblich) schaffen, enthaltsam zu leben, schaffen es andere eben noch lange nicht. Ich möchte auch mit dem Rauchen aufhören, schaffe es trotzdem nicht. Zack, bumm, das ist die Realität! An der kommt der Papst mit seinen mittelalterlichen Predigten leider nicht vorbei – es sei denn, die toten Kinder und Frauen und Männer interessieren ihn nicht. Es sind ja auch nur Schwarze [geändert].
[Anmerkung: Dieser Kommentar wurde auf Grund von rassistischem und vulgärem Sprachgebrauch vom Moderator editiert. Die editierten Stellen sind hervorgehoben.]
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Und wieder geht es nicht darum, was die Menschen daraus machen, sondern darum, was der Papst im Ganzen meint. Wenn er sagt “Die können alle Sex haben, aber nicht ohne Kondom” dann fände ich seine Lehre auch nicht ok. Aber er sagt, “vor der Ehe gibts keinen Sex, und Sex sollte nur praktiziert werden, wenn dadurch das Wunder der Geburt erlebt werden will” Wem das nicht passt, soll soviel Sex haben wie er will. Der hört damit aber nicht auf den Papst, und erst recht auch nicht auf seine Aussagen zum Kondom. Und wenn jemand nur auf die Aussage mit dem Kondom hören will, dann hat er die Lehre des Papstes nicht begriffen, und kann sich NICHT auf ihn berufen, wenns darum geht, sich später darüber zu beschweren, man habe dadurch Aids bekommen. Das ist Kurzsichtigkeit und das Legen der Dinge so, wie es einem passt, und nicht so, wie es der papst gemeint hat. Politiker machen so was auch gerne.
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Fassen wir zusammen: Die Afrikaner machen, was sie wollen, der Papst hat da so wie so keinen Einfluss drauf und vor allem nicht darauf, ob es dort Kondome gibt oder nicht. Also GAR KEINEN Einfluss. Null.
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Mir geht es darum. Wenn von Macht des Papstes geredet wird, dann frag ich mich, warum nicht die ganze Welt (oder zumindest die, die auf den Papst hören) katholisch ist.
Es geht mir außerdem darum, dass die Lehre des Papstes nicht nur aus Zwei Worten besteht. Sie besteht aus einer ganzen Lehre (das sind viele Worte aneinander gereiht). Wer das nicht hören will, der sollte nicht den Papst dafür zur Verantwortung ziehen, dass man sich nur das Beste herauspicken will. Denn der Zusammenhang bildet die Lehre, nicht ein Teil daraus.


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19 Mär 09 um 18:31